Tipps & Tricks - Fassadenbekleidungen mit PREFA-Aluminiumverbundplatte: Teil 2 - Fassadenplanung

Mit unserer Serie "Tipps und Tricks" zeigen wir Ihnen, wie Sie Aluminiumverbundplatten korrekt an der Fassade befestigen. Nützliche Kniffe erleichtern die Montage und sorgen für ein einwandfreies Ergebnis.  

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) hat sich seit Jahrhunderten als bauphysikalisch absolut sicherer Wandaufbau bewährt, sofern man den Konstruktionsgrundsatz – Dampfdiffusionswiderstand von innen nach außen abnehmend – berücksichtigt. Probleme mit Kondensatfeuchte (Tauwasserausfall) entstehen damit erst gar nicht. Die Fassadenbekleidung bietet mit unterschiedlichen Materialien, Farben und Oberflächen eine Vielzahl an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Zudem schützt sie das Gebäude vor äußeren Einflüssen, wie Niederschlag, Hitze und Schall. Wir zeigen die einzelnen Arbeitsschritte, von der Planung bis zur Befestigung mit der PREFA-Aluminium-Verbundplatte, einem Composite-Werkstoff.

Von Thomas Weiß

Funktionalität und Optik sind die wesentlichen Aufgaben der Fassade aus großformatigen Platten, wie in diesem Fall der PREFA-Aluminiumverbundplatte. Das optische Erscheinungsbild hängt sehr stark von der Linienführung, sprich der Fugeneinteilung ab. Eine schwarze Vlieskaschierung der Fassadendämmung oder UV-beständige Fassadenbahnen in schwarz oder mittlerweile auch farbig dienen als Fugenhinterlegung. Die Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium klebt man mit EPDM Fugenbändern ab.  Fugenprofile sind ebenfalls eine Alternative, die beispielsweise in Kindergärten als Fingerklemmschutz Pflicht sind.

PREFA empfiehlt einen Fugenabstand von 8 bis 10 mm, abhängig von der Plattenlänge wegen der thermisch bedingten Längenänderung. Bei sehr schmalen Fugen fällt ein „Ausmitteln“ natürlich stärker auf, als bei größeren Zwischenräumen.

Weitere Stilmittel in der Gestaltung sind die vielfältige Farbauswahl und das Plattenformat mit maximal 4,0 x 1,49 m (L x B). Das Format ist beliebig teilbar. Ausgangspunkt bei der Planung ist die Linienführung bzw. das Fugenbild. Ein entscheidendes Kriterium ist zudem der Verschnitt, der im ungünstigsten Fall durchaus bei über 40 % liegen kann. Mit geschickter Einteilung und etwas Kompromissfähigkeit sind auch 15 % und weniger möglich, ohne optische Abstriche.

Ein völlig unterschiedliches Erscheinungsbild erhält eine Fassade durch eine vertikale oder horizontale Verlegerichtung, diese ist vorne auf der Schutzfolie und rückseitig mit Pfeilen gekennzeichnet. Tipp: Eine wechselnde Verlegerichtung kann reflexionsbedingt interessante Farbspiele ergeben. 

Faustregel - horizontale Linien aufnehmen

Ausgangspunkt für die Fugeneinteilung sind vorgegebene „natürliche“ Linien in der Fassade wie beispielsweise Sockel, Dachränder, Stürze und Fensterbänke. Grundsätzlich ergibt sich unter dieser immer automatisch eine horizontale Fuge, die gleichzeitig als Abluftöffnung für die Hinterlüftung fungiert.

Die Höhe der Platte dazwischen kann sowohl individuell als auch mit gleichen Teilungsmaßen geplant werden. Kreuzfugen erfordern gegenüber einem regelmäßigen oder wilden Verband ein hohes Maß an Präzision beim Zuschnitt und bei der Verlegung.

Die Bearbeitung kann der Verarbeiter entweder selbst vornehmen oder genau vermaßte Fassadenpläne an PREFA senden. Dort werden diese nachbearbeitet und im Nestingverfahren (Verschnittoptimierung) die unterschiedlichen Formate auf die „Rohplatte“ übertragen. Je nach Kundenwunsch liefert PREFA die Fassadenplatten fix und fertig bis hin zu sämtlichen Fräsungen und Bohrungen auf die Baustelle.  Mit Rundbiegemaschinen kann man sogar Fassadenecken „rund“ machen.

Unterkonstruktion, Dämmung und Optik

In dem Modellaufbau ist die Unterkonstruktion (UK) schon angebracht (System BWM). Die UK der verschiedenen Hersteller basieren prinzipiell alle auf dem gleichen System: Festpunktkonsole, Gleitpunktkonsolen, Verankerungsmittel (Dübel), Verbindungsmittel (selbstbohrende Spezialschrauben oder Spezialnieten) zwischen Konsolen und horizontalem oder vertikalem Tragprofil, i. d. R. 2,0 mm T- oder L- Profile aus Aluminium. T-Profile werden an allen vertikalen Plattenfugen geplant und dazwischen gemäß statischer Vorgabe mit L-Profilen ergänzt.

Da die Wandkonsolen punktuelle Wärmebrücken darstellen, die bei der U-Wert-Berechnung berücksichtigt werden müssen, gibt es diese aufgrund der unterschiedlichen λ-Werte aus verschiedenen Materialien, wie beispielsweise Glasfaserkunststoff, Edelstahl oder Aluminium. Unterkonstruktionen aus Holz sind selbstverständlich möglich, sogar bis GK 4+5, Zimmerfachregeln und Brandschutz sind zu beachten. 

Die Abstände der Tragprofile und Konsolen untereinander werden von vielen Faktoren beeinflusst. Entscheidend ist zunächst die Tragfähigkeit des Untergrundes, die Ausladung der UK, Gewicht der Fassadenbekleidung und die Windlasten. Die Statik hierfür erstellt häufig der UK-Hersteller oder darauf spezialisierte Planungsbüros. Vor allem bei Sanierungen gibt es häufig keine Unterlagen über die Tragfähigkeit der Wand. In diesem Falle können Anwendungstechniker der verschiedenen Dübelhersteller über Auszugsversuche am Objekt die statischen Werte ermitteln.

Bei der Dämmung ist darauf zu achten, dass diese für den Anwendungsfall „Außendämmung der Wand hinter Bekleidung“ (WAB) geeignet ist. Diese kann sowohl mineralisch (eignen sich am besten bei Metall-UK) als auch nachwachsend sein (üblicherweise in Verbindung mit Holz-UK). Unbedingt beachten: Die Fassadendämmung muss immer gemäß Herstellerangaben verdübelt werden (meist 5 Stk./m²).

Bei Fassaden mit offenen Fugen verwendet man eine vlieskaschierte Dämmung in Verbindung mit schwarz eloxierten Alu-Tragprofilen oder ein EPDM-Fugenband auf Holz-UK bei alternativen Dämmstoffen. Im letzteren Fall wird eine Fassadenbahn (schwarz oder verschieden farbig) über die Dämmung gelegt. Hinweis: Bei Kindergärten müssen offene Fugen (Einklemmgefahr!) mit entsprechenden Profilen geschlossen werden. 

PREFA-Fassadentage

Bei den PREFA-Fassadentagen in den Akademien Neu-Ulm und Wasungen wird auf die Themen Brandschutz, Unterkonstruktion, Verankerung, Wärmeschutz, Dämmung, Planungen + Kalkulation gesondert eingegangen. Termine und Anmeldung unter www.prefa.de