Teil 8 - Platten auf Holz-Unterkonstruktion Schrauben: Tipps & Tricks - Fassadenbekleidungen mit PREFA-Aluminium-Verbundplatte

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) hat sich seit Jahrhunderten als bauphysikalisch absolut sicherer Wandaufbau bewährt, sofern man den Konstruktionsgrundsatz – Dampfdiffusionswiderstand von innen nach außen abnehmend – berücksichtigt. Probleme mit Kondensatfeuchte (Tauwasserausfall) entstehen damit erst gar nicht. Die Fassadenbekleidung bietet mit unterschiedlichen Materialien, Farben und Oberflächen eine Vielzahl an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Zudem schützt sie das Gebäude vor äußeren Einflüssen, wie Niederschlag, Hitze und Schall. Wir zeigen die einzelnen Arbeitsschritte, von der Planung bis zur Befestigung mit der PREFA-Aluminium-Verbundplatte, einem Composite-Werkstoff.

Thema von Teil 6: Platten auf Alumnium Unterkonstruktion montieren behandelte die Befestigung der Verbundplatten mit Nieten auf einer Aluminiumunterkonstruktion. Der große Vorteil bei diesen UK-Systemen liegt in der Verwendung auf sehr unebenen Untergründen und sobald mineralische Fassadendämmung zum Einsatz kommt.

Holzunterkonstruktionen – was zu beachten ist

Zimmer und Dachdecker hingegen verwenden gerne Holz-Unterkonstruktionen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten und Systeme, angefangen bei einer singulären vertikalen Lattung auf ebene Untergründe, über Kreuzlattung, bis hin zu Mischsystemen aus metallischen Wandwinkeln mit Profilen zur Verbindung mit Lattung. Letzteres hat den Vorteil des einfachen Ausrichtens der UK bei „buckligen“ Untergründen und zusätzlicher Dämmung. Für diejenigen, die gerne Einblasdämmungen verwenden gibt es mittlerweile dementsprechende Systeme, die ebenfalls ein einfaches Ausrichten ermöglichen (z.B. www.daemmraum.de). Zu beachten ist beim Einsatz von Holz die Einhaltung der DIN 68800 bezüglich der Sortierkriterien, Gefährdungsklasse, usw. Die Verlegung auf vollflächige Holzwerkstoffe oder -schalungen sind nicht zulässig.Zimmer und Dachdecker hingegen verwenden gerne Holz-Unterkonstruktionen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten und Systeme, angefangen bei einer singulären vertikalen Lattung auf ebene Untergründe, über Kreuzlattung, bis hin zu Mischsystemen aus metallischen Wandwinkeln mit Profilen zur Verbindung mit Lattung. Letzteres hat den Vorteil des einfachen Ausrichtens der UK bei „buckligen“ Untergründen und zusätzlicher Dämmung. Für diejenigen, die gerne Einblasdämmungen verwenden gibt es mittlerweile dementsprechende Systeme, die ebenfalls ein einfaches Ausrichten ermöglichen (z.B. www.daemmraum.de). Zu beachten ist beim Einsatz von Holz die Einhaltung der DIN 68800 bezüglich der Sortierkriterien, Gefährdungsklasse, usw. Die Verlegung auf vollflächige Holzwerkstoffe oder -schalungen sind nicht zulässig.

Das richtige Verbindungsmittel

Was ich auf Baustellen leider sehr häufig sehe ist die Verwendung falscher Verankerungs- und Verbindungsmittel. Wichtig ist grundsätzlich der Einsatz eines dafür bauaufsichtilich zugelassenen Fassadendübels (bsp. Ejot, Fischer, Hilti, uvm.). Die Wahl des Dübels bei Mauerwerk ist zunächst abhängig vom Untergrund (Beton, Vollstein, Lochstein oder Porenbeton). Wenn die Auszugswerte des Untergrundes nicht bekannt sind, können dies die Anwendungstechniker der Hersteller mittels Zugversuchen vor Ort ermitteln und das richtige Verankerungsmittel beraten. Meistens werden Kunststoffdübel in Verbindung mit galvanisierten Schrauben in der sog. „Durchsteckmontage“ verwendet. Bei UK Holz als Grundlattung muss die Schraube einen Senkkopf haben und der Schraubenkopf ist nach der Montage unbedingt mit einem öl-und bitumenhaltigen Korrosionsschutz zu imprägnieren. Ansonsten müsste der Werkstoff der Schraube aus V4A bestehen.

Was ebenfalls häufig verwendet wird – statisch aber nicht zulässig – sind herkömmliche sog. „Justierschrauben“ bei Kreuzlattungen. Die Traglattung liegt nach dem Ausrichten meist nicht an der Grundlattung an und bildet somit keinen Kraftschluss am Knotenpunkt. Dadurch bekommt die „Justierschraube“ eine Beanspruchung auf Biegung, für die diese i. d. R. zu dünn ist und daher auch keine statischen Werte hat.

Plattenmontage auf Holz-Unterkonstruktion

Kommen wir zur Montage: Laut Herstellerangaben ist auf die Traglattung ein EPDM-Fugenband aufzubringen, das seitlich mindestens je 5 mm überstehen muss. PREFA hat zwei verschiedene Bänder in unterschiedlichen Breiten im Sortiment. Auf Holz empfiehlt sich das nichtselbstklebende EPDM-Band zum Tackern (günstiger und geht schneller).

Die Bearbeitung der Verbundplatten ist die gleiche wie beim Nieten (siehe Praxistipp 6), lediglich die Werkzeuge und Arbeitsschritte bei der Befestigung unterscheiden sich. Die Bohrlöcher in der Verbundplatte werden ebenfalls mit dem Stufenbohrer auf Ø 9,5 mm vorgebohrt, auch für die Festpunkte. Der Abstand der Befestigungsmittel von den Plattenrändern muss mindestens 16 mm betragen, darf aber auch mehr sein. 45 mm Abstand sind empfehlenswert zu horizontalen Fugen, vor allem im Sockelbereich und an Stößen von Tragprofilen. Ein homogener Gesamteindruck entsteht aber eher, wenn die 45 mm durchgehend eingehalten werden. Nach dem Platzieren und Ausrichten des Fassadenelementes benötigt man die Bügelbohrvorrichtung für Holz (9,5x3,3 mm), mit der gewährleistet ist, dass die Fassadenschraube mittig und der Schraubenkopf rechtwinklig zur Fassadenoberfläche sitzt. Mit der Lehre bekommt der Bohrer eine lotrechte Führung. Da die Schraube (4,8 x 30, Kopfdurchmesser 16 mm) keine Bohrspitze hat ist das Vorbohren mit dem 0,7-fachen Durchmessers der Schraube auch aus statischen Gründen erforderlich.

Für die beiden Festpunkte wird auf die Schraube erst eine Festpunkthülse 8,5x5,1 und danach die in der Schraubenpackung mitgelieferte Dichtung aufgeschoben. Beim Gleitpunkt entfällt die Hülse. Idealerweise sitzen die Festpunkte möglichst mittig in der Verbundplatte. Ein passender Schraubeinsatz liegt der Schraubenpackung ebenfalls bei. Um die Schrauben nicht zu fest anzuziehen empfiehlt sich der Einsatz des Drehmoments im Schrauber. Ist sie zu tief eingeschraubt, tritt die Dichtung über den Rand des Schraubenkopfes heraus. Die Funktionalität der zwängungsfreien Ausdehnung ist dann auf Grund des zu hohen Reibungswiderstandes nicht mehr gewährleistet.

Tipp: Die Schraubenköpfe an der UK müssen vor dem Anbringen des EPDM-Fugenbands versenkt werden, ansonsten zeichnet sich die Unebenheit an der Oberfläche der Fassade ab.

Unterkonstruktion, Dämmung und Optik

Bei der Berechnung des U-Wertes fordert der Gesetzgeber die Berücksichtigung der Wärmebrücken. Je nach Materialität und Geometrie können diese den U-Wert erheblich beeinflussen. So wirkt sich beispielsweise Vollholz schlechter aus, als Stegträger oder Wandwinkel aus Aluminium beeinflussen durch den sehr hohen λ-Wert den Gesamt-U-Wert bedeutend negativer als welche aus Edelstahl oder noch besser wäre Glasfaserkunststoff. Ein sogenannter „Thermostopp“ hat beim Nachweis nicht wirklich großes Verbesserungspotenzial. Er dient eher zum Schutz vor Kontaktkorrosion.

Holz in Stabform darf lt. MBO §28 übrigens als Unterkonstruktion für VHF sogar in Gebäudeklasse 4 + 5, also bis Gebäudehöhe 22 m eingesetzt werden, allerdings unter Auflagen (siehe MVVTB S. 240-241).

Grundsätzlich, wie auch in anderen Gewerken, ist für die VHF ein statischer Nachweis notwendig. Neben Herstellern von Unterkonstruktionssystemen erstellen diesen auch spezialisierte Ingenieurbüros. Einflussnehmende Faktoren für den Standsicherheitsnachweis sind z. B. der Untergrund, Höhe der Fassade, Ausladung, Lasten aus Eigengewicht, Schnee, Wind, u. a.

Daraus ergeben sich der Abstand der Tragprofile untereinander, sowie die Abstände der Dübel in Profilrichtung, usw. Welcher Dämmstoff verwendet wird hängt von verschiedenen Faktoren ab. Stark eingeschränkt wird die Auswahl ab GK 4+5, da sie ab da auf jeden Fall „nichtbrennbar“ sein muss und deshalb automaisch aus Mineralfaser besteht. Sollte brandschutztechnisch eine Brandsperre gefordert sein, wurde bisher meist ein Stahlblechwinkel mit t=1,0 mm und somit eine nicht unerhebliche lineare Wärmebrücke eingebaut. Seit Kurzem bietet Rockwool einen Brandriegel aus Steinwolle, der keinen negativen Einfluss auf den U-Wert hat („Fixrock BWM-Brandriegelkit“).

Ansonsten gibt es alternativ viele Möglichkeiten, je nach Unterkonstruktionssystem. Ökologische Dämmstoffe beispielsweise aus Holzfasern werden gerade im Privatbereich von den Kunden häufig gefragt. Wichtig für den Verarbeiter ist die Information, dass die Dämmung auch für den Anwendungsfall „vorgehängte hinterlüftete Fassade“ geeignet ist. MiWo trägt automatisch die Bezeichnung WAB (Außendämmung der Wand hinter Bekleidung). Nicht vergessen, die Dämmung muss mechanisch befestigt werden.

Bei Fassadenwerkstoffen mit offenen Fugen sollte der Untergrund als Fugenhinterlegung idealerweise schwarz sein. Daher gibt es MiWo werkseitig mit einer schwarzen Vlieskaschierung. Alternativ bieten verschiedene Hersteller von Bahnen speziell UV-beständige Produkte für die Fassade an, die es mittlerweile auch in verschiedenen Farben gibt. Achtung: Dachbahnen sind i. d. R. nicht dafür geeignet, bzw. nicht zugelassen!!!

In Kindergärten sind offene Fugen nicht zulässig wegen der Gefahr, dass sich Kinder die Finger einklemmen könnten. PREFA hat für diesen Fall spezielle Fugenprofile in der Fassadenfarbe im Sortiment.

Schritt 1: Zur Vorbereitung der Montage wird im ersten Schritt auf der Holzunterkonstruktion ein schwarzes EPDM-Fugenband angebracht (getackert oder wie hier selbstklebend). Es sorgt in der Fuge für ein optisch schönes Fugenbild und dient gleichzeitig dem konstruktiven Holzschutz.

Holzunterkonstruktion wird auf schwarzem EPDM-Fugenband angebracht

Schritt 2: Anreißen der Bohrlöcher.

Anreißen der Bohrlöcher

Schritt 3: Die Löcher für die Befestigung werden mit dem Stufenbohrer 9,5 mm vorgebohrt.

Aluminium Verbundplatte wird vorgebohrt

Schritt 4: Zubehör für die Befestigung auf Holz-Unterkonstruktion. Die Schrauben haben eine kleine Gummidichtung, um die Holzkonstruktion vor Wassereintritt zu schützen. Die Festpunkthülsen sind notwendig zur Ausbildung der Fixpunkte, damit die Platte in ihrer Lage gesichert ist und nicht verrutschen kann.

Zubehör für Befestigung Aluminium Verbundplatte auf Holz-Unterkonstruktion

Schritt 5: Mit der Bohrvorrichtung, die in das 9,5 mm-Loch passt, wird die Holz-Unterkonstruktion lotrecht mit 3,3 mm vorgebohrt.

Holz-Unterkonstruktion wird vorgebohrt

Schritt 6: Gerade Zimmerleute bevorzugen eine Holz-Unterkonstruktion, die ebenfalls im Leistungsumfang enthalten ist.

Aluminium Verbundplatte wird auf Holz-Unterkonstruktion montiert

Schritt 7: Fertig montierte Platte mit schönem Schraubbild: Generell muss der Handwerker darauf achten, mit der Drehmomenteinstellung zu arbeiten, um einer Dellenbildung in der Platte vorzubeugen. Je dunkler die Oberfläche und je höher der Glanzgrad, desto deutlicher erkennbar sind Unebenheiten in der Fläche.

Aluminium Verbundplatte montiert auf Holz-Unterkonstruktion