Tipps & Tricks - Fassadenbekleidungen mit PREFA-Aluminiumverbundplatte: Teil 1 - Montage der Lüftungsprofile

Mit unserer Serie "Tipps und Tricks" zeigen wir Ihnen, wie Sie Aluminiumverbundplatten korrekt an der Fassade befestigen. Nützliche Kniffe erleichtern die Montage und sorgen für ein einwandfreies Ergebnis.  

Bearbeitung einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade durch den Anwendungstechniker Thomas Weiss

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) hat sich seit Jahrhunderten als bauphysikalisch absolut sicherer Wandaufbau bewährt, sofern man den Konstruktionsgrundsatz – Dampfdiffusionswiderstand von innen nach außen abnehmend – berücksichtigt. Probleme mit Kondensatfeuchte (Tauwasserausfall) entstehen damit erst gar nicht. Die Fassadenbekleidung bietet mit unterschiedlichen Materialien, Farben und Oberflächen eine Vielzahl an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Zudem schützt sie das Gebäude vor äußeren Einflüssen, wie Niederschlag, Hitze und Schall. Wir zeigen die einzelnen Arbeitsschritte, von der Planung bis zur Befestigung mit der PREFA-Aluminium-Verbundplatte, einem Composite-Werkstoff.

Von Thomas Weiß

Um eine Fassade mit der 4 mm dicken und nur ca. 7,5 kg schweren, aber trotzdem sehr robusten PREFA-Fassadenverbundplatte fachgerecht zu montieren, benötigt der Handwerker ein gewisses Know-how. Mit ein paar Kniffs, Tricks und dem richtigen Handwerkszeug erzielt man auch das gewünschte Ergebnis – eine Fassade, die optisch ansprechend, dauerhaft und sicher ist. Die PREFA-Verbundplatte ist in vielen verschiedenen Standard- -und auch Sonderfarben erhältlich. PREFA liefert die Composite-Panels sowohl mit FR-Kern der Baustoffklasse B1 und neuerdings auch in A2 für Fassaden mit einer Höhe ab der Hochhausgrenze (höher 22 Meter).

Der große bauphysikalische Vorteil der VHF ist die Hinterlüftungsebene hinter der Fassadenbekleidung in dem jede Form von Feuchtigkeit durch die ständige Luftzirkulation abtransportiert wird. Gemäß DIN 18516-1 muss dieser – unabhängig von der Gebäudehöhe – mindestens 20 mm betragen (kann örtlich auf 5 mm reduziert werden). Im Sockelbereich und am Dachrand darf der Lüftungsquerschnitt jedoch 50 cm²/lfm Wand nicht unterschreiten.

Ein Lüftungsprofil als Kleintierschutz ist erst ab einem Lüftungsspalt ≥ 20 mm erforderlich. Durch die permanente Zugluft halten sich dort erfahrungsgemäß keine Insekten. Zur Montage des Lüftungsprofils benötigt der Fachmann handelsübliche Werkzeuge zur Blechbearbeitung, wie Blechscheren, Falzzange, Nietbohrer und Nietzange. Als „Dritte Hand“ zur Fixierung sind entweder Grip- oder Schnellspannzwingen sehr hilfreich.

Lüftungsprofil am Tragprofil anbringen

Damit sich auf der Sichtseite der Verbundplatte der Niet und das Lüftungsprofil nicht abzeichnen, wird es zwischen den Tragprofilen eingepasst. Tipp: Vorderen Schenkel des Lochblechwinkels am Steg 45° einschneiden, die Lasche 90° nach hinten kanten und seitlich am Profil vernieten oder verschrauben. 

Bei gedämmten VHF wird die Dämmung im Sockelbereich von unten aus optischen Gründen geschlossen. Dies ist möglich mittels teilgelochtem Flachblech oder dreiteiligem Sockelprofil. Falls eine Sickenmaschine mit Lochwalzen vorhanden ist, kann man die Lüftungslöcher selbst stanzen.

Unterkonstruktion, Dämmung und Optik

In dem Modellaufbau ist die Unterkonstruktion (UK) schon angebracht (System BWM). Die UK der verschiedenen Hersteller basieren prinzipiell alle auf dem gleichen System: Festpunktkonsole, Gleitpunktkonsolen, Verankerungsmittel (Dübel), Verbindungsmittel (selbstbohrende Spezialschrauben oder Spezialnieten) zwischen Konsolen und horizontalem oder vertikalem Tragprofil, i. d. R. 2,0 mm T- oder L- Profile aus Aluminium. T-Profile werden an allen vertikalen Plattenfugen geplant und dazwischen gemäß statischer Vorgabe mit L-Profilen ergänzt.

Da die Wandkonsolen punktuelle Wärmebrücken darstellen, die bei der U-Wert-Berechnung berücksichtigt werden müssen, gibt es diese aufgrund der unterschiedlichen λ-Werte aus verschiedenen Materialien, wie beispielsweise Glasfaserkunststoff, Edelstahl oder Aluminium. Unterkonstruktionen aus Holz sind selbstverständlich möglich, sogar bis GK 4+5, Zimmerfachregeln und Brandschutz sind zu beachten. 

Die Abstände der Tragprofile und Konsolen untereinander werden von vielen Faktoren beeinflusst. Entscheidend ist zunächst die Tragfähigkeit des Untergrundes, die Ausladung der UK, Gewicht der Fassadenbekleidung und die Windlasten. Die Statik hierfür erstellt häufig der UK-Hersteller oder darauf spezialisierte Planungsbüros. Vor allem bei Sanierungen gibt es häufig keine Unterlagen über die Tragfähigkeit der Wand. In diesem Falle können Anwendungstechniker der verschiedenen Dübelhersteller über Auszugsversuche am Objekt die statischen Werte ermitteln.

Bei der Dämmung ist darauf zu achten, dass diese für den Anwendungsfall „Außendämmung der Wand hinter Bekleidung“ (WAB) geeignet ist. Diese kann sowohl mineralisch (eignen sich am besten bei Metall-UK) als auch nachwachsend sein (üblicherweise in Verbindung mit Holz-UK). Unbedingt beachten: Die Fassadendämmung muss immer gemäß Herstellerangaben verdübelt werden (meist 5 Stk./m²).

Bei Fassaden mit offenen Fugen verwendet man eine vlieskaschierte Dämmung in Verbindung mit schwarz eloxierten Alu-Tragprofilen oder ein EPDM-Fugenband auf Holz-UK bei alternativen Dämmstoffen. Im letzteren Fall wird eine Fassadenbahn (schwarz oder verschieden farbig) über die Dämmung gelegt. Hinweis: Bei Kindergärten müssen offene Fugen (Einklemmgefahr!) mit entsprechenden Profilen geschlossen werden. 

Brandschutz bei Fassaden

Große Beachtung findet der Brandschutz bei Fassaden. Je nach Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes können schon ab Gebäudeklasse (GK) 3 Brandsperren notwendig sein. In den meisten Bundesländern sind diese erst ab GK 4 erforderlich, also bei Gebäuden mittlerer Höhe (Definition: ≥ 7 m vom mittleren Geländeverlauf bis OKF von möglichen Aufenthaltsräumen). Bei UK aus Holz muss diese in jedem zweiten Geschoss im Bereich der Brandsperre getrennt sein und der Hinterlüftungsspalt darf nicht größer als 50 mm (bei rein metallischer UK 150 mm) sein. Sinn und Zweck der Brandsperre ist eine Reduzierung des Hinterlüftungsquerschnitts auf 100 cm²/lfm Wand um eine Brandausbreitung im Hinterlüftungsspalt zu verringern. Eine clevere Lösung bietet die Deutsche Rockwool mit dem „Fixrock BWM Brandriegel-Kit“.

TIPP: Auskunft zum Brandschutz können die Gebäudeversicherer (z.B: Versicherungskammer Bayern) erteilen