Bestehende Gebäude weiterzuentwickeln, anstatt sie abzureißen und neu zu bauen, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Steigende Baukosten, knapper werdende Flächen und der Wunsch nach einem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen rücken die Sanierung und Transformation des Gebäudebestands stärker in den Fokus. Dabei kommt der Gebäudehülle eine besondere Rolle zu: Eine energetisch geplante Sanierung der Gebäudehülle kann zur Reduktion des Energiebedarfs beitragen.
Bestehende Gebäude neu denken
Viele Gebäude aus den vergangenen Jahrzehnten entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz, Komfort und Gestaltung. Gleichzeitig steckt in der vorhandenen Bausubstanz bereits viel Material und Energie. Eine Sanierung kann deshalb eine sinnvolle Alternative zum vollständigen Abriss sein – insbesondere dann, wenn tragfähige Strukturen erhalten und gezielt weiterentwickelt werden können.
Die Fassade übernimmt dabei weit mehr als eine rein optische Funktion. Sie schützt die Konstruktion vor Witterungseinflüssen, kann zur Verbesserung der bauphysikalischen Eigenschaften beitragen und prägt maßgeblich den Charakter eines Gebäudes. Gerade bei älteren Wohn-, Gewerbe- oder Verwaltungsgebäuden bietet eine neue Gebäudehülle die Möglichkeit, Architektur und Funktion miteinander zu verbinden.
Dabei gleicht kaum ein Sanierungsprojekt dem anderen. Unterschiedliche Untergründe, bestehende Tragstrukturen, Anschlussdetails und bauphysikalische Anforderungen verlangen nach einer sorgfältigen Planung und einer Lösung, die zum jeweiligen Objekt passt.
Volkshaus in Homberg ©PREFA | Croce & Wir
Effiziente Sanierung durch Planung und Vorfertigung
Um Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich und planbar umzusetzen, gewinnen vorgefertigte und serielle Lösungen zunehmend an Bedeutung. Insbesondere bei größeren Wohngebäuden können vorbereitete Fassaden- oder Dachelemente dazu beitragen, Bauzeiten zu verkürzen und die Arbeiten vor Ort effizienter zu gestalten.
Entscheidend ist jedoch immer das Zusammenspiel aller Beteiligten. Bereits in der Planung müssen die vorhandene Bausubstanz, zusätzliche Lasten, die Unterkonstruktion, Anschlüsse und der Feuchteschutz berücksichtigt werden. Je genauer diese Punkte im Vorfeld abgestimmt sind, desto besser lassen sich spätere Herausforderungen auf der Baustelle vermeiden.
Auch die Materialwahl spielt eine wichtige Rolle. Leichte und langlebige Fassadensysteme können gerade bei Sanierungen konstruktive Vorteile bieten, da die vorhandene Bausubstanz möglichst wenig zusätzlich belastet wird. Vor allem sollten auch die erwartete Nutzungsdauer, die Recyclingfähigkeit sowie die spätere Demontierbarkeit in die Materialwahl einbezogen werden.
Architektur neu gestalten – ohne die Vergangenheit zu verlieren
Eine Sanierung bietet nicht nur die Möglichkeit, ein Gebäude technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Sie kann auch dessen architektonische Wirkung grundlegend verändern. Gerade Gebäude aus den 1960er- bis 1980er-Jahren erhalten durch eine neue Fassade häufig eine deutlich zeitgemäßere und eigenständige Identität.
Dabei muss die Vergangenheit eines Gebäudes nicht zwangsläufig verschwinden. Im Gegenteil: Die Verbindung von vorhandener Bausubstanz und modernen Materialien kann spannende architektonische Kontraste schaffen. Historische Elemente lassen sich erhalten und mit einer neuen Gebäudehülle kombinieren – sodass ein Bauwerk seine Geschichte bewahrt und gleichzeitig für die Zukunft gerüstet wird.
Wie unterschiedlich dieser Ansatz umgesetzt werden kann, zeigen auch eine PREFA Projekte, bei denen Fassadensysteme Teil einer umfassenden Transformation geworden sind.
Energiesprong 2426: Serielle Sanierung in Köln
Mit dem Projekt „Energiesprong 2426“ wurde in Köln ein Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1961 im bewohnten Zustand energetisch modernisiert. Das viergeschossige Gebäude mit 16 Wohneinheiten erhielt ein Sanierungskonzept, das auf industriell vorbereiteten und vorgefertigten Fassadenelementen basiert.
Ein wichtiger Bestandteil der neuen Gebäudehülle war eine projektspezifische PREFA Fassadenbekleidung aus Aluminiumrauten. Die Rauten wurden auf die vorgefertigten Fassadenelemente montiert und anschließend in das Gesamtkonzept integriert. Durch die Vorfertigung konnten einzelne Arbeitsschritte gezielt vorbereitet und die Eingriffe am Gebäude effizient organisiert werden.
Auch das Thema Kreislauffähigkeit wurde bei der Konstruktion berücksichtigt. Die Fassadenelemente wurden mit geschraubten Verbindungen ausgeführt, um eine spätere Demontage und eine möglichst sortenreine Trennung der Materialien zu erleichtern.
Das Projekt verbindet damit mehrere Aspekte moderner Bestandssanierung: energetische Verbesserung, industrielle Vorfertigung, effiziente Montage und eine architektonische Aufwertung des bestehenden Gebäudes.
Serielles Sanierungsprojekt Energiesprong 2426 ©dena | Jens Willebrand
Das Volkshaus in Homberg : Alt und Neu im Einklang
Dass eine Sanierung auch den Charakter eines Gebäudes und seines Umfelds berücksichtigen kann, verdeutlicht das Volkshaus in Homberg. Bei der Umgestaltung wurde ein Teil der traditionellen Fassade bewusst erhalten, um die Verbindung zur historischen Umgebung zu bewahren.
Gleichzeitig erhielten die Giebel, das Dach und weitere Fassadenflächen eine moderne Bekleidung aus Aluminium. Zum Einsatz kamen PREFA Dach- und Wandrauten 29 × 29 in P.10 Steingrau. Die klare Formensprache der Rauten ergänzt die bestehende Architektur und verbindet traditionelle Elemente mit einer zeitgemäßen Gestaltung.
Das geringe Gewicht von Aluminium kann insbesondere bei Sanierungen einen praktischen Vorteil bieten und dazu beitragen, zusätzliche Lasten auf die bestehende Konstruktion zu begrenzen. Gleichzeitig unterstützt die widerstandsfähige Oberfläche den Witterungsschutz der Fassadenbekleidung.
So entstand eine Lösung, die nicht auf einen radikalen Bruch mit dem Bestand setzt, sondern die vorhandene Architektur weiterentwickelt und ihr einen neuen Ausdruck verleiht.
Sanierung des Volkshaus in Homberg ©PREFA | Croce & Wir
Das Rathaus in Alzenau : Markante Architektur
Das Rathaus in Alzenau zeigt, wie sich ein bestehendes Gebäude durch eine gezielte Sanierung architektonisch neu interpretieren lässt. Statt den vorhandenen Bestand vollständig zu ersetzen, wurde das Gebäudeensemble weiterentwickelt und mit einer markanten, zeitgemäßen Gebäudehülle versehen. B3 Architekten aus Aschaffenburg setzten dabei auf bronzefarbene PREFABOND Aluminium Verbundplatten, die dem Rathaus ein homogenes, monolithisch wirkendes Erscheinungsbild verleihen.
Die neue Fassade wurde als vorgehängte, hinterlüftete Konstruktion umgesetzt. Besonders die Gebäudekanten und Übergänge stellten hohe Anforderungen an Planung und Verarbeitung: Die Platten wurden über die Gebäudekanten geführt und in die Giebelfassaden gekantet, sodass sichtbare Stöße weitgehend vermieden werden konnten.
Sanierung des Rathauses in Alzenau ©PREFA | Croce & Wir
Bestand als Chance für die Zukunft
Die Transformation bestehender Gebäude wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Für Bauherren geht es darum, Immobilien langfristig nutzbar und attraktiv zu halten. Architekten stehen vor der Aufgabe, technische Anforderungen mit einer überzeugenden Gestaltung zu verbinden.
Und für Handwerksbetriebe entstehen neue Herausforderungen, aber auch neue Möglichkeiten im Bereich Sanierung und Fassadengestaltung. Eine sorgfältige Planung sowie eine abgestimmte Zusammenarbeit aller Beteiligten und Materialien werden unerlässlich.
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Fotocredit: PREFA / Croce & Wir
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